Im Rahmen des Projektes „Praxisberaterinnen und Praxisberater an Oberschulen“ unternahmen Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Klasse gemeinsam mit der Praxisberaterin, der Schulsozialarbeiterin sowie der Berufsberaterin der Agentur für Arbeit einen Ausflug zur Ausstellung SinnReich von Weißer Stock e.V. in Chemnitz. Dort erhielten sie spannende Einblicke in den Alltag blinder und sehbehinderter Menschen.
An verschiedenen Mitmach-Stationen konnten die Jugendlichen selbst erfahren, wie sich Einschränkungen des Sehens auf alltägliche Situationen auswirken. So wurden Spiele wie Memory über das Hören und Fühlen sowie „Mensch ärgere Dich nicht“ ohne Augenlicht ausprobiert. Außerdem lernten die Schülerinnen und Schüler die Blindenschrift kennen und testeten spezielle Simulationsbrillen, die unterschiedliche Sehbeeinträchtigungen darstellen. Dazu gehörten unter anderem eine Sehfähigkeit von nur 10 %, der sogenannte Graue Star (Katarakt) sowie die altersbedingte Makuladegeneration, bei der schwarze Flecken und Einschränkungen im Sichtfeld entstehen können.
Besonders interessant war ein vorbereiteter Parcours mit verschiedenen Alltagssituationen. Die Schülerinnen und Schüler bewegten sich dabei beispielsweise durch einen Wald, überquerten eine Straße, erkundeten eine Wohnung und liefen im Garten über eine Brücke. So konnten sie nachempfinden, welche Herausforderungen blinde oder sehbehinderte Menschen täglich bewältigen müssen.
Der Ausflug vermittelte nicht nur wertvolle Erfahrungen im Bereich Empathie und Verständnis, sondern stellte auch einen wichtigen Bezug zur Berufsorientierung her. Gerade in sozialen, medizinischen oder pflegerischen Berufen sind Einfühlungsvermögen, Geduld und ein sensibler Umgang mit Menschen von großer Bedeutung. Die Schülerinnen und Schüler konnten dadurch wichtige Kompetenzen kennenlernen, die in vielen Berufsfeldern eine zentrale Rolle spielen.
Den Teilnehmenden hat der Ausflug sehr gut gefallen und sie empfanden die Erfahrungen als interessant, lehrreich und beeindruckend.
C. Gehlert