Vom 24. bis 28. August 2026 herrschte an der Goethe-Schule Breitenbrunn ein kreativer Ausnahmezustand. Anlass waren gleich drei besondere Jubiläen: 40 Jahre Schulneubau, 50 Jahre Partnerschule und 77 Jahre Goethe-Schule. Die zweite Schulwoche verwandelte sich deshalb in eine große Projektwerkstatt, in der Kreativität, Verantwortung und Gemeinschaft im Mittelpunkt standen.
332 Schülerinnen und Schüler – 26 Projekte
Von Montag bis Donnerstag arbeiteten 332 Schülerinnen und Schüler klassenübergreifend in insgesamt 26 Projekten. Dabei konnten sie ihre Interessen, Fähigkeiten und Talente einbringen, Neues ausprobieren und voneinander lernen.
Die Vielfalt der Angebote war beeindruckend: Es entstanden unter anderem Räucherhäuschen, Schnitzereien, Stirnbänder, Loops, Klöppelspitzen und ein neuer Imagefilm für unsere Schule. Andere Gruppen beschäftigten sich mit alter deutscher Schrift, Kohlezeichnungen, physikalischen Experimenten oder der Frage, wie man sich selbst überzeugend präsentieren kann.
Auch auf der Bühne wurde intensiv geprobt. Unter der Leitung von Martina Ludwig entstand eine Trommeldarbietung, Frau Bodenmüller arbeitete mit ihrer Zirkusgruppe, unsere Kompetenztrainerin Elly Schwarz leitete die Konzertgruppe und Herr Kaufmann die Keyboardgruppe. Die Tanzgruppe wurde von unseren Schülerinnen Alex und Josy selbstständig geführt – ein schönes Beispiel dafür, wie viel Verantwortung junge Menschen übernehmen können, wenn man ihnen das nötige Vertrauen schenkt.
Erinnerungen bewahren und die Schule gestalten
Einen besonderen Beitrag zur Schulgeschichte leistete die Projektgruppe von Frau Gottinger. Die Schülerinnen und Schüler führten Interviews mit ehemaligen Lehrkräften wie Frau Klemm und Herrn Becker sowie mit unserer früheren Schulsekretärin Frau Schmidt. Aus diesen Begegnungen entstanden eindrucksvolle Collagen für das Schulhaus und wertvolle Aufzeichnungen persönlicher Erinnerungen.
Dabei wurde deutlich, dass die Geschichte unserer Schule weit über das Gebäude hinausreicht. 77 Jahre Goethe-Schule, 50 Jahre Partnerschule und 40 Jahre Schulneubau stehen für unterschiedliche, aber eng miteinander verbundene Abschnitte unserer Entwicklung. Sie erzählen von gewachsenen Traditionen, langjähriger Zusammenarbeit und einer Schule, die sich immer wieder verändert hat, ohne ihre Wurzeln zu verlieren.
Auch unser Schulgebäude und der Schulhof erhielten neue gestalterische Akzente. Die Gruppen von Frau Badstübner, Frau Georgi und Herrn Ebell verschönerten die Treppenbereiche und fertigten aus Kabeltrommeln große Brettspiele an. Eine riesige Europakarte bereichert nun ebenfalls unseren Schulhof.
Frau Lein vom Compass-Projekt entwickelte gemeinsam mit ihrer Gruppe eine Schulrallye, die im Laufe dieses Schuljahres erstmals zum Einsatz kommen soll. Auch für Gaming-Interessierte und Sportbegeisterte gab es passende Angebote, in denen sie ihre Kenntnisse und Fertigkeiten erweitern konnten.
Unsere fünften Klassen blieben während der Projektwoche bewusst im Klassenverband. Sie beschäftigten sich intensiv mit dem Leben und Wirken Johann Wolfgang von Goethes. Gleichzeitig hatten sie Gelegenheit, sich an ihrer neuen Schule einzuleben und als Klassengemeinschaft zusammenzuwachsen.
Ein Fest für die gesamte Schulgemeinschaft
Am Freitag präsentierten die Projektgruppen ihre Ergebnisse in einem abwechslungsreichen Festprogramm. Vor zahlreichen Mitschülerinnen und Mitschülern, Eltern, Lehrkräften, Mitarbeitenden, dem Bürgermeister sowie vielen Gästen aus der Gemeinde zeigten sie auf der Bühne, was innerhalb weniger Tage entstanden war.
Souverän führten Antonio und Emmi durch das Programm. Dass beide diese Aufgabe erst während der Projektwoche übernahmen, verdeutlichte einmal mehr, wie wichtig individuelle Entscheidungen und echtes Zutrauen für die persönliche Entwicklung sind.
Für viele Schülerinnen und Schüler war es eine große Herausforderung, vor einem so zahlreichen Publikum aufzutreten. Sie bewiesen Mut, Selbstvertrauen und Vertrauen in die Schulgemeinschaft. Jede Gruppe gab ihr Bestes – und wurde dafür mit viel Applaus belohnt.
Für das leibliche Wohl sorgten ebenfalls unsere Projektgruppen. Die „All-Access-Gruppe“ kümmerte sich um Steaks und Bratwürste vom Grill, während die „Backwerkstatt“ mit besonderen Leckereien wie Bienenstichkeksen und Brotröstis mit Mango-Dip begeisterte. Herr Kaufmann und seine Technikexperten aus Chor und Schulband sorgten dafür, dass auch Ton, Licht und Bühnentechnik zuverlässig funktionierten.
Gemeinsam möglich gemacht
Eine Projektwoche dieser Größenordnung kann nur als Gemeinschaftsleistung gelingen. Neben den Lehrkräften, Mitarbeitenden sowie Schülerinnen und Schülern unserer Schule beteiligten sich zwölf externe Partner. Dazu gehörten unter anderem der Acrylmaler René Weißflog, die Musikpädagogin Martina Ludwig, der Holzbildhauer Michael Rössel-Rothe und der Streetart-Künstler Danny Rehm.
Alle Lehrkräfte und Mitarbeitenden brachten sich als Projektleitungen oder bei der Planung und Durchführung der Festwoche ein. Das Projektmanagement übernahmen Frau Friedrich, Frau Zwingenberger, Frau Sulova, Frau Gehlert, Herr Arnold und Frau Bodenmüller. Ihnen gilt ein besonderer Dank für die intensive Vorbereitung und Koordination dieser unvergesslichen Woche.
Dass die Projektwoche in diesem Schuljahr stattfinden konnte, war keineswegs selbstverständlich. In den beiden vergangenen Schuljahren musste ein solches Vorhaben aufgrund des erheblichen Lehrkräftemangels ausfallen. Zwar beschäftigt uns diese Situation weiterhin, doch seit dem Schuljahr 2024/25 konnten wir neben unseren damals 13 Stammlehrkräften acht weitere Lehrerinnen und Lehrer dafür gewinnen, an unserer Schule zu unterrichten.
Unsere Goethe-DNA wurde spürbar
Was Lernende und Lehrende gleichermaßen an unsere Schule bindet, ist unsere besondere Gemeinschaft. Wir leben nach unserer „Goethe-DNA“: Freundlichkeit, Respekt, Toleranz, Unterstützung und Miteinander.
Gerade die Arbeit in Projekten ermöglicht Erfahrungen, für die im regulären Unterricht oftmals weniger Raum bleibt. Die Schülerinnen und Schüler übernehmen Verantwortung, entdecken eigene Stärken, lernen neue Menschen kennen und erleben, was gemeinsam entstehen kann.
Unser dreifaches Jubiläum machte deutlich, was die Goethe-Schule Breitenbrunn seit vielen Jahrzehnten auszeichnet: die Verbindung von Tradition und Entwicklung, von Bewährtem und Neuem sowie von Schule, Partnern und Gemeinde.
Während unseres Jubiläumsfestes war dieses verbindende Band überall zu spüren. Wir alle sind ein Team. Wir leben Schule durch Ehrlichkeit, Fairness und den wertschätzenden Umgang mit individuellen Besonderheiten – in einem familiären Rahmen.
Schon am 16. September 2026 wird unsere Schulgemeinschaft beim Stundenlauf erneut zeigen, was sie gemeinsam leisten kann. Dann wollen Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Mitarbeitende eine Stunde ohne Unterbrechung laufen – getragen von Zusammenhalt, gegenseitiger Unterstützung und echter Teamarbeit.